Es ist 14 Uhr. Jetzt startet der Programmpunkt, für den wir eigentlich nach München gefahren sind: unser Besuch in der Allianz Arena.
Mit dem Bus nach Schwabing zur Münchner Freiheit, von dort mit der U6 hinaus nach Fröttmaning. Was ich nicht auf dem Zettel habe: Von der Station bis zum Stadion ist es noch einmal ein ganzer Kilometer. Zu Fuß, in der Sonne, mit drei Kindern, die längst nur noch Fußball im Kopf haben.

Zwischen der U-Bahn-Station Fröttmaning und dem Stadioneingang liegt gut ein Kilometer Fußweg über die Esplanade. Wer knapp kalkuliert, kommt gehetzt an. Zwanzig Minuten Puffer sind gut investiert.
Wir sind fünf Minuten vor Beginn da. Pünktlich. Unser Guide heißt Alfred, ist Rheinländer und macht seine Sache richtig gut. Er stimmt uns kurz ein, dann geht es als Allererstes hoch auf den Mittelring und direkt hinein ins Stadion. Der Blick, der sich da öffnet, ist ein absoluter Hammer.

Winkel, Logen und die schönste Arena der Welt
Oben erklärt uns Alfred die Physik dahinter. Warum die Sitzreihen genau so geneigt sind, wie sie geneigt sind. Warum die Architektur so und nicht anders funktioniert. Hochinteressant, und er erzählt es so, dass alle fünf zuhören. Sein Auftrag, verrät er, lautet: viermal am Tag erwähnen, dass dies die schönste Arena der Welt ist. Und irgendwie hat er recht.
Weiter zu den Logen- und Businessplätzen. Dort gibt es eine kleine Einweisung in die Preisklassen. Saisonkarten ab 8.000 bis 12.000 €. Das ist aber gar nichts gegen die Logen, da wird es sechsstellig. Pro Saison, nicht pro Spiel, wohlgemerkt. Und was hat der FC Bayern davon: tolle Spieler und jedes Jahr Champions League. Hoffen wir mal.
Anschließend geht es runter zur Presse. Der Presseraum ist der am besten klimatisierte und am besten ausgerüstete Raum im ganzen Stadion, das Prestigeobjekt schlechthin. 180 Leute passen hier hinein. Meistens sitzen 30 drin. Der Rest steht lieber in der Mixed Zone.

Die Kabine, der Tunnel, die Bank
Und dann kommt das Highlight des Highlights: die Spielerkabine. Die Zeit ist knapp bemessen, aber wir schaffen es tatsächlich, alle drei Kinder bei allen wichtigen Spielern mit einem Foto unterzubringen. Manuel Neuer, Luis Díaz, Joshua Kimmich, Harry Kane und natürlich Jamal Musiala.

Direkt danach geht es durch die Mixed Zone weiter Richtung Spielertunnel. Dort wird der Stern des Südens angestimmt, zum Glück von der Musikanlage unterlegt. Und dann laufen wir durch den Tunnel hinaus ins Stadion. Was für ein Gefühl. Wir dürfen links abbiegen, zur Trainerbank, und uns hinsetzen. Einfach so. Ein Traum.

Danach sind wir auch schon durch. Wir haben ein Kombiticket und dürfen noch ins Museum. Unfassbar, wie oft der FC Bayern die Meisterschaft geholt hat. Und den DFB-Pokal. So viele Vitrinen, wie da stehen, müssen sie bald anbauen, wenn das so weitergeht.

Marienplatz, Trikots, Feierabend
Zum Schluss noch durch den Fanshop. Die Kinder wollen hier nichts kaufen, sie wollen in den Flagship Store in der Innenstadt. Ich dagegen habe ein Problem: Meine Badehose liegt zu Hause. Ich suche eine, und ich finde sogar eine. Achtung Spoiler: Damit ist der Programmpunkt für morgen gerettet.
Zurück zur U-Bahn, von Fröttmaning direkt zum Marienplatz. Zur Stärkung erst mal ein Eis, dann in den Flagship Store. Ich bin mittlerweile komplett bedient und sitze nur noch rum, während die Kids sich Trikots aussuchen und beflocken lassen. Den Abschluss macht die L’Osteria an der Leopoldstraße.

Fünf Stunden vorher stand ich noch an einer U-Bahn-Station und habe mich über einen Kilometer Fußweg gewundert. Für einen Platz auf dieser Trainerbank würde ich ihn jederzeit wieder laufen.


















