Es ist 5 Uhr morgens, als ich wach werde. Einschlafen geht nicht mehr. Heute fahren wir nach München.
Ursprünglich wollten wir mit dem Auto. In Dänemark haben wir dann überlegt, wie das eigentlich mit dem Zug läuft. Bei den Preisen war ich skeptisch – der Zug nach Paris hätte uns 1300 Euro gekostet. Umso überraschter bin ich, als ich ein Familienticket für 99 Euro buche. Hinfahrt ohne Rückfahrt, für uns alle, drei Kinder inklusive, Sitzplatzreservierung inklusive. Mitfahren muss nur ein Erwachsener. Ich habe es siebenmal nachgeprüft, bevor ich es geglaubt habe.
Um 6:45 Uhr sollte es losgehen, im Auto, Richtung Kassel. Neun Minuten später sitzen wir tatsächlich drin. Für uns ist das nahezu unerhört pünktlich.
In Kassel finde ich keinen günstigen Parkplatz, also fahren wir aufs Parkdeck. Prognose für fünf Tage: 100 Euro. So günstig wird die Sache dann doch nicht.
Im Bahnhof statten wir Maikes Bistro noch einen Besuch ab. Cappuccino und Brezen, zur Einstimmung auf München. Der ICE kommt pünktlich, die Fahrt ist entspannt.

Vom Hauptbahnhof geht es mit der Tram fünf Stationen die Dachauer Straße entlang, bis zum Leonrodplatz. Die Koffer dürfen wir noch nicht aufs Zimmer bringen, das ist noch nicht fertig. Also gehen wir in den Biergarten nebenan: Axel F. Die Kinder wollen nur eine Kleinigkeit, es gibt viermal Pommes, ein Wasser und zwei Getränke.
Am Tisch neben uns sitzen drei Handwerker und bestellen eine Runde Helles nach der anderen. Nachdem sie bezahlt haben, fragt Hannah: „Papa, haben die wirklich fünf Bier pro Person getrunken?” Ich sage: „Nein, Hannah. Der Fahrer hatte nur drei.”
Dann kommt das Highlight des Tages: der Olympiapark. Wir laufen vom Biergarten an der Justizverwaltung entlang und von hinten in den Park hinein. Zum Leidwesen meiner Kinder scheuche ich alle den Olympiaberg hinauf – um oben festzustellen, dass das gar nicht der Olympiaberg ist. Also wieder runter und den richtigen Berg hoch. Die Begeisterung hält sich in Grenzen.

Oben ist sie wieder da, die Begeisterung. Der Ausblick ist fantastisch. Vor uns liegen Olympiastadion, Olympiahalle und Schwimmhalle, mittendrin der Olympiasee. Dahinter das Olympische Dorf. Und ringsum alles, was München sonst noch zu bieten hat: BMW Museum, die Twin Towers, der O2 Tower, SAP Garden und natürlich die Allianz Arena. Spoiler: unser Highlight für morgen.

Wir gehen wieder hinunter, um einen Blick ins Stadion zu werfen. Fehlanzeige. Baustelle.
Etwas weiter läuft eine Kirmes, und ich habe den Kindern ein Eis versprochen. Nach dem Motto: Irgendwo wird es da schon eins geben. Als Erstes finden wir eine Bude mit Crêpes, was bei zwei von drei Kindern das Eis sofort schlägt. Wir suchen trotzdem weiter und stehen kurz darauf vor einer Langnese-Bude. Groß und gelb: „Jetzt ein Eis?” Ich denke nur: Ja, unbedingt. Die Bude ist geschlossen. 30 Grad, und sie verkaufen kein Eis. Was läuft hier falsch??
Also zurück zu den Crêpes. Zwei Stück mit Nutella für schlappe 13 Euro – Paris ist günstiger. Und dann ab an den Olympiasee.
Dort setzen wir uns ins Gras an den Rand, halten die Füße ins Wasser und schauen auf die Schwimmhalle. Fantastisch.

Danach ist die Luft raus. Die Kids wollen ins Hotel, und das Zimmer müsste inzwischen bereit sein. Ist es. Zwei wunderschöne Zimmer mit Balkon und Blick in den Innenhof.

Es ist 16 Uhr. Wir warten auf Sabrina, die den kompletten Tag bei PwC in Meetings saß. Zeit zum Chillen.








