Für den Nachmittag stehen zwanzig Optionen im Raum. Ich hätte total Lust auf das Planetarium – im Grunde ein Kino, nur mit besserem Programm. Wird drei zu eins abgelehnt. Gut, irgendetwas brauchen wir auch fürs nächste Mal.
Eine Freundin hat mir stattdessen das Polizeimuseum empfohlen. Das soll ein Highlight sein, auch ihre Kinder waren begeistert. Also ab in die U-Bahn, Richtung Norden.
Laufen müssen wir dann trotzdem. Google Maps schickt uns zu einem Eingang, den es so nicht mehr gibt. Einmal komplett um das Grundstück herum, dann Ausweise vor, kurze Kontrolle, und wir dürfen aufs Gelände. Einmal quer darüber, und links steht schon das Polizeimuseum. Drinnen sind alle ausgesprochen nett.

Unten geht es durch hundert Jahre Polizeigeschichte. Vom Nachtwächter bis zu der Polizei, wie wir sie heute kennen. Pistolen, Mützen, Schlagstöcke, alles liegt in den Vitrinen.

Dann kommt die Sturmflut. Ich hatte sie irgendwo Ende der Sechziger verortet, aber es war die Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962. Ein Fünftel der Stadt stand unter Wasser, mehr als 300 Menschen sind gestorben. Was hier davon ausgestellt ist, ist beeindruckend – und still.
Oben wartet die Kriminalpolizei. Wir können nachvollziehen, mit welchen Mitteln sie Verbrecher stellt: Fingerabdrücke, Gesichtserkennung, und so weiter. Alles dabei. Oder eben nicht alles – vieles wird sicher nicht ausgestellt, sonst hätten es die Verbrecher ja einfach. Andererseits: Ob die sich überhaupt aufs Grundstück trauen würden?

Wir probieren alles selbst aus. Einmal an die Messlatte stellen, einmal ein Phantombild bauen, einmal ansehen, was so ein Rechner aus einem Gesicht macht.

Das Highlight kommt zum Schluss. Wir dürfen uns in einen dreiviertel Streifenwagen setzen. Beziehungsweise die Kinder. Sogar ans Steuer. Vorne läuft ein Film, in dem der Wagen durch Hamburg jagt. Ich setze mich hinten rein, quasi als Verbrecher. Erstaunlich, was das auslöst. Es fühlt sich wirklich an wie eine Fahrt im Einsatz.
Und dann kommt das richtige Highlight. Wir setzen uns in einen Polizeihubschrauber. Wieder läuft ein Video, wieder sind wir mittendrin: einmal über Hamburg, einmal über das HSV-Stadion.

Danach geht es zurück ins Hotel. Ich fahre noch einmal hoch auf die Dachterrasse und schaue mir an, wie man hier in lauen Sommernächten die Abende verbringen kann. Ein Sundowner an dieser Stelle – das wäre etwas.

Damit endet unser Urlaub in Hamburg. Morgen früh geht es direkt zurück nach Paderborn. Das Planetarium bleibt stehen. Als Grund, wiederzukommen.



