Es ist 5:30 Uhr, als ich wach werde. Ich versuche noch einmal einzuschlafen, das klappt bis sechs. Dann stehe ich langsam auf, mache mir einen Kaffee und setze mich noch einmal nach draußen. Ich lese ein wenig. Letzter Morgen.
Um sieben ist Ivy die Einzige, die außer mir wach ist. Also machen wir uns auf den Weg zum Strand. Ein letztes Mal Nordsee, ein letztes Mal Luft schnuppern, ein letztes Mal schwimmen gehen – nur der Hund. Sie genießt es und rennt wie wild hin und her. Sie hat längst mitbekommen, dass etwas im Busch ist.

Kurz vor acht bin ich zurück am Haus. Alles dunkel, alles ruhig, alles schläft. Unglaublich – dabei wollte ich doch einigermaßen früh los. Wir haben zwar einen Late Checkout gebucht, aber im Portal steht bei uns trotzdem, wir müssten um 10:00 Uhr draußen sein.

Ich gehe rein und verhalte mich bewusst ein wenig lauter. Und siehe da, so langsam gehen die ersten Augen auf. Den Großteil des Autos haben wir gestern schon gepackt, der Rest geht schnell: frühstücken, das Haus gründlich reinigen, die letzten Sachen verstauen, Strom ablesen.
Um 9:40 Uhr geht es los. Mal sehen, wie wir durchkommen. Heute Morgen um sechs wären es 6 Stunden 30 gewesen, jetzt spricht das Navi von 7 Stunden 15.
Siebzehn Optionen fürs Mittagessen
Wir haben 17 Optionen, wann wir wo und wie essen gehen. Essen ist das dominierende Thema. Bei fünf Personen hat immer irgendwer Hunger, und irgendwem ist immer gerade schlecht.
Es läuft zäh, aber Flensburg passieren wir gegen 11:30 Uhr. Viel zu früh für Mittag. Also entscheiden wir uns für die L'Osteria am Fischmarkt in Hamburg. Der Elbtunnel ist ohnehin dicht, das Navi schickt uns quer durch die Stadt über die Elbbrücken. Und 14:00 Uhr in Hamburg ist eine gute Zeit fürs Mittagessen.
Kann mir mal jemand erklären, wer sich ausgedacht hat, den Samstag zum An- und Abreisetag zu machen? Ich verstehe die Logik: Die Auslastung der Häuser ist gesichert, Leerstand wird vermieden, das ROI für die Eigentümer maximiert. Aber es ist ein Nadelöhr für die Reinigungskräfte – vier Stunden für den Turnover eines ganzen Hauses. Und es sorgt an allen Ecken und Enden für Stau.
Um 14:08 Uhr sind wir am Fischmarkt und finden mitten in Hamburg einen kostenlosen Parkplatz. Ich glaube es nicht und kontrolliere das Schild sechsmal – aber eine Parkscheibe für zwei Stunden reicht wirklich. Um 14:20 Uhr sitzen wir in der L'Osteria, mit Blick auf die Elbe. Dazu ein gutes Essen. Besser geht es kaum.

2,65 Euro für den Liter
Gegen 15:45 Uhr sitzen wir wieder im Auto, Richtung Elbbrücken. Dabei verpassen wir die letzte Tankstelle. Halb so wild, denken wir, wir kommen noch 90 km weit.
Die nächste liegt dann in der Lüneburger Heide. Auf dem Tacho stehen noch 20 km Restreichweite, alle Tankstellen davor sind wegen Baustellen geschlossen. Und als wir die Preise sehen, fassen wir es kaum: In Hamburg kostet der Liter noch 2,05 Euro, hier sind es 2,65 Euro. Sowas gehört verboten. Also kalkulieren wir knapp: 30 l für 250 km sollten reichen, selbst mit Dachbox auf dem Dach und „agilem" Fahrstil.
Wir kommen erstaunlich gut durch. In Schloss Neuhaus tanken wir dann für 2,05 Euro, machen das Auto noch einmal voll – und um 17:40 Uhr stehen wir zu Hause in der Einfahrt.

Keine Stunde später ist das Auto komplett leer, die Dachbox abgebaut, die erste Maschine Wäsche läuft. Sabrina fährt zum Marktkauf, ich gehe eine Runde mit dem Hund. Das Ende eines sehr schönen Urlaubs, der viel, viel zu kurz war.
Merke: Zwei Wochen sind das Minimum, wenn wir mit Sack und Pack und Auto unterwegs sind.






