Die Kids mit ihren Handys, Sabrina tief in die Couch gesunken – und ich? Noch voller Energie. Also Schuhe geschnürt, Kopfhörer eingepackt und raus in die Nacht. Kein Plan, kein Ziel. Einfach loslaufen.
Irgendwann stand ich oben am Montmartre. Direkt vor der Sacré-Cœur, die wie ein leuchtender Wächter über der Stadt thront. Von dort oben wirkt Paris wie ein endloser Teppich aus Lichtern. Und dann fällt dir auf: Der Eiffelturm ist nicht im Blick. Kein leuchtender Riese am Horizont, keine bekannte Silhouette – nur Stadt, soweit das Auge reicht. Ein ungewohnter, fast intimer Blick auf Paris.

Der Abstieg hatte seinen ganz eigenen Zauber. Schmale Treppen, kleine Läden, ein Stück Paris, das keinem Reiseführer hinterherläuft. Es fühlt sich an, als stolperst du durch eine andere Stadt – und bist doch mittendrin.
Unten, ganz ohne Ankündigung: das Moulin Rouge. Rote Lichter, Touristentrubel, Kameras. Und ich mittendrin, als wäre es einfach eine ganz normale Straßenecke.

Noch ein Schlenker – und plötzlich stehe ich vor dem Hard Rock Café. Oder besser gesagt: vor dem, was mal eins war. Dunkel, leer, kein Schild, kein Hinweis. Ein vertrauter Ort, einfach verschwunden.
Schließlich der Rückweg. Zuhause alles ruhig, draußen Paris noch hellwach. Und ich? Voller Energie, als hätte mich die Stadt aufgeladen. Ein kleiner Ausreißer, der sich am Ende größer anfühlte, als er war.
Merke: Auch das, was du nicht siehst, kann den Blick auf eine Stadt verändern.











