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Von München nach Vrsar: Nachtfahrt zum Segeltörn
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Von München nach Vrsar: Nachtfahrt zum Segeltörn

Von München nach Vrsar: Nachtfahrt zum Segeltörn
Sa, 30.05. Nacht

Ein Boot im Internet, ein Haufen Zeug auf dem Wohnzimmerboden und eine Blockabfertigung um 4.30 Uhr am Tauerntunnel. Um 10 Uhr stehen wir in Vrsar am Steg, vor uns die Tripolino.

16.4 km

Anreise Vrsar Tauerntunnel Segeltörn

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2009-05-30-03h-vorbereitung-und-anreise
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Reisebericht

Ein Boot, ein Blog, ein Plan

Mein nächster Urlaub steht: Segeln in Kroatien. Und weil ich zum zwölften Mal nach dem Link zu unserer Yacht suche, lege ich kurzerhand einen Blog an, in dem alles zusammenläuft – das Boot, der Liegehafen Vrsar, die Crew. Noch ist das alles Idee, Karte und Kopfkino.

Der letzte Abend vor dem Urlaub läuft ab wie immer: Ich packe nach dem LIFO-Prinzip. Erst kommt alles auf einen Haufen, und jedes Mal, wenn mir noch etwas einfällt, kommt es oben drauf. Jetzt sortiere ich die Hälfte wieder aus und bin ein wenig frustriert – den ganzen Kram darf ich anschließend zurückräumen. Immerhin bleibt das Chaos auf einen kleinen Fleck in der Wohnung begrenzt.

Der Plan für morgen steht: vormittags noch ein wenig arbeiten, gegen 14 Uhr heim, um 16 Uhr los Richtung Salzburg. Dort treffen wir uns beim Maaf und grillen bis in die Nacht. Irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr, wenn der Tauerntunnel die Blockabfertigung aufgibt, fahren wir weiter gen Süden. Ob über Slowenien oder über Triest, entscheiden wir spontan. Ich bin gespannt, wo wir unseren ersten Sonnenaufgang sehen.

Aufgeschlagene Straßenkarten auf Armaturenbrett und Beifahrersitz, draußen eine Tankstelle

2,5 Stunden bis Hallein

16.30 Uhr, Abfahrt. Der Mittlere Ring in München ist voll, die A8 ist mehr als voll. Für die Strecke bis Hallein brauchen wir zweieinhalb Stunden statt einer – Ferienbeginn und Kurzurlauber. Es ist Urlaub, also nehme ich es hin. Nervig sind nur die Drängler 15 m hinter unserer Stoßstange.

Gegen 19 Uhr sind wir da, und es gibt Gegrilltes. Ich habe inzwischen richtig Hunger. Der Abend ist nett, das Fleisch gut, das eine Bier auch, und das Team passt – das ist mehr wert als alles andere für die kommende Woche. Bleibt die Frage des Abends: noch drei Stunden schlafen oder gleich durchfahren?

Die Blechlawine gen Süden

Ich mache es kurz: Abfahrt um 3.15 Uhr, nach angenehmen drei Stunden Schlaf. Die Route führt über Triest.

Raststätte Rosenberger mit roter Leuchtschrift vor bewaldeten Bergen in der Morgendämmerung

Eine nicht enden wollende Blechlawine rollt gen Süden. Ab vier Kilometern vor dem Tauerntunnel fahren wir Kolonne, um 4.30 Uhr stehen wir im Stau vor der Blockabfertigung. Wartezeit: 25 Minuten. Es wird schon hell. Irgendwann geht es weiter, und ab da läuft es flüssig – wir stehen weit vorne im ersten Block, der Verkehr verteilt sich gut. Etwas später meldet das Radio 45 Minuten Wartezeit am Tunnel. Ich will nicht wissen, was da gerade los ist.

Kaum sind wir aus den Tunneln hinter Villach heraus, wird das Wetter schön. Traumhaft schön. Italien, wir kommen.

Autobahn, die auf ein hohes Viadukt zuläuft, darüber blauer Himmel

7.20 Uhr, Udine. Pause, und zwar eine notwendige. Wir tauschen die Plätze, Sebi fährt ein Stück. Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie viel Geduld uns die EU-Außengrenze abverlangt. Wir werden es bald wissen.

Vrsar: Glockenturm, Wasser, Fressalien

Gegen 10 Uhr sind wir in Vrsar – schneller als gedacht. Das Boot können wir erst um 13 Uhr übernehmen, wir haben also zwei, drei Stunden.

Vrsar auf einem Hügel, helle Häuser um einen Glockenturm, davor eine Wiese

Also gehen wir erst einmal in den Ort. Der liegt sehr schön auf einem Hügel, mitten drin der Glockenturm. Nach einer kleinen Stärkung mit Cappuccino und Baguette steigen wir hoch – also die Susi und ich. Der Rest ist lauffaul und meint, die Fotos könne man sich ja später ansehen. Von oben haben wir einen traumhaften Blick über die Dächer auf die Marina.

Blick vom Glockenturm über rote Ziegeldächer auf die Marina und die vorgelagerten Inseln

Während Sebi und der Maaf das Boot entgegennehmen, sind Susi und ich einkaufen. Erst 110 l Wasser, dann ein zweiter Schub mit unendlich viel Fressalien. Die Leute an der Kasse schauen uns nur noch ungläubig an. Ich will gar nicht wissen, was sie vermuten, wofür wir uns da eindecken.

Schriftzug Tripolino am Heck einer weißen Segelyacht

Am Steg liegt sie dann: die Tripolino. Drei Wochen Planung, eine Nacht mit drei Stunden Schlaf, ein Kofferraum voll Wasser – und jetzt passt alles in einen Satz. Wir stechen in See.


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