Spontaner Stopp am Coffee Shop
“Heidelberg” steht auf einem Schild an der Autobahn. Bevor ich Andreas etwas vorschlagen kann, bremst er schon ab und setzt den Blinker. Wir folgen dem Hinweis “Coffee Shop” und stehen an der nächsten Kreuzung direkt davor. Der Laden wirkt idyllisch und zieht uns sofort an. Eigentlich haben wir keinen Hunger, aber die Besitzerin ist so freundlich, dass wir bleiben.

Mint-Tarte als Zuckerwucht
Am Ende bestellen wir trotzdem eine Mint-Tarte, in unserer Vorstellung ein leichter Minzkuchen, dazu einen Mocca-Chocolate-Kaffee. Keine fünf Minuten später kommt eine Angestellte mit dem Tablett an unseren Tisch. Die Besitzerin nimmt den Kuchen herunter und stellt ihn vor uns ab. Diese Rollenverteilung wirkt auf uns unangenehm hierarchisch und weckt bei uns schlechte Assoziationen. Der erste Bissen ist großartig, nur eben ganz anders als erwartet.
Bitterer Nachgeschmack
Statt leicht und frisch ist die Mint-Tarte eine schwere Karamell-Sahne-Torte mit einem Hauch Minze in der Sahne. Gefühlt wandern 2 Tonnen Zucker in den Topf, dazu Sahne, kurz karamellisiert, und am Ende nur ein paar Minzsplitter. Ich schaffe nur die Hälfte und bin froh, dass der Kaffee im Verhältnis deutlich weniger Zucker abbekommt. Zum Abschluss driftet das Gespräch in pauschale, abwertende Aussagen über Bevölkerungsgruppen ab. Das stößt uns ab, weil es weder unserer Erfahrung entspricht noch akzeptabel ist. Mit einem komischen Gefühl steigen wir wieder ins Auto und fahren weiter Richtung Cape Agulhas.





