Kolmanskop bei Lüderitz: Es spukt...

Kolmanskop bei Lüderitz: Es spukt...

Kolmanskop bei Lüderitz: Es spukt...
Sa, 31.10. Vormittag

In Lüderitz startet der Tag warm und stark, dann geht es in die Geisterstadt Kolmanskop. Zwischen knarrenden Türen, flackerndem Licht und strengen Sperrgebiet-Regeln kippt die Stimmung ständig zwischen ehrlichem Grusel und trockenem Humor.

Lüderitz Kolmanskop Geisterstadt Diamantensperrgebiet Führung

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2009-10-31-06h-kolmanskop-bei-luederitz-es-spukt
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Reisebericht

Lüderitz am Morgen

In Lüderitz wache ich auf und bin erstaunt, dass mir keine Körperteile abgefroren sind. Mein Schlafsack ist super, und die heiße Dusche wärmt zusätzlich noch einmal auf. Der Kaffee liefert die beste Grundlage für einen genialen Tag. Wir planen unseren weiteren Streckenverlauf und sind uns sicher, dass wir Namibia heute verlassen, oder zumindest bis nah an die Grenze fahren. Nur welche Grenze es wird, bleibt offen: Entweder geht es in den Süden zum Orange River und bei Noordoewer rüber Richtung Cape Town, oder wir fahren über Keetmanshoop zu den Köcherbäumen und weiter nach Nakusp und Richtung Mossel Bay.

Kolmanskop

Kolmanskop: Führung durch die Geisterstadt

Im deutschen Tourismusbüro bekommen wir um 10:56 Uhr noch einen Passierschein für eine Führung durch Kolmanskop, die Geisterstadt. Die Führung beginnt um 11:00 Uhr, also in vier Minuten. Bush Baby bringt uns souverän die 13 Kilometer zur Stadt, sodass wir das Vorgeplänkel verpassen und direkt beim interessanten Teil zur Gruppe dazustoßen. Es ist eine deutschsprachige Gruppe, geführt von einer echt deutschstämmigen “Führerin”. Andreas verrät vorher seinen Nachnamen nicht, würde aber ganz sicher bei ihr punkten.

Altes Haus

Im Sperrgebiet auf eigene Faust

Kolmanskop liegt mitten im Diamantensperrgebiet und ist eine alte, damals bis etwa 1940 voll funktionstüchtige Arbeiterstadt. Krankenhaus, Bäcker, Schlachter, Eismaschinen, Kühlräume, Schule, Kegelbahn mit Bar: Alles ist vorhanden. Wir bekommen die Häuser und die Geschichte der Stadt erklärt, bevor wir uns allein auf den Weg machen dürfen. Unter keinen Umständen dürfen wir den Zaun überqueren: Dahinter beginnt das Sperrgebiet, alles wird videoüberwacht, und es wird scharf geschossen. Ich verkneife mir Sprüche übers Zurückschießen und merke mir einfach: “nicht klettern, nicht bücken, nicht verstohlen gucken”. Schon beeindruckend, wie man damals lebt und wie gut die Bauten zum Teil noch erhalten sind: richtig gutes Handwerk!


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