Aufbruch ins Inland
Nach unserer missglückten Pelikan- und Flamingo-Jagd sitzen wir im Auto und fahren auf der Straße von Walvis Bay in Richtung Osten. Wir sehen nichts außer Weite, unendlicher Weite. Nach etwa 30 Kilometern taucht am Horizont endlich ein Highlight auf: eine Erhebung, ein Berg. Der Vogelfederberg bringt Abwechslung in die Monotonie. Wir stoppen nur kurz, denn heute wollen wir noch über einige Passstraßen in Richtung Sossusvlei, zumindest so weit, wie wir kommen.

Kuiseb-Pass: Farbenwechsel
Die Weiterfahrt verläuft ähnlich trostlos wie der Abschnitt vor dem Vogelfederberg. Diese Trostlosigkeit endet abrupt am Schild „Kuiseb-Pass“, das übrigens das Eingangsschild zum Pass ist, nicht der Pass selbst. Das Umland kippt in windschiefe Berge und gelb-schwarze Farben, die im Sonnenschein strahlen. Das wirkt plötzlich wie eine andere Welt. Wir fahren langsamer, schauen länger hin und merken, wie gut dieser Bruch zur endlosen Ebene passt.

Gamsberg-Pass: Höhe und Panorama
Kurz hinter dem Pass müssen wir entscheiden: geradeaus weiter und pünktlich in Sossusvlei ankommen oder die Passstraßen mitnehmen. Nach kurzer Überlegung biegen wir links ab in Richtung Gamsberg-Pass, und schon nach wenigen Kilometern ist klar, das ist die richtige Entscheidung. Gelbes Gras, braun-schwarzes Gestein, strahlend blauer Himmel, und der Mond steht heute tief über den Bergen. Unser „Bush Baby“ bringt uns in etwa einer Stunde hinauf auf insgesamt 2.347 m. Im Reiseführer steht etwas von 24 % Steigung, aber diese Zahlen fühlen sich hier nicht so dramatisch an, der Blick ins Tal dafür umso mehr.

Spreetshoogte-Pass: Abfahrt ins Tal
Wir fahren weiter, genießen die Landschaft und machen viele Fotos. Und dann die Frage: Wer soll die Fotos später alle sortieren? Kurz darauf kommen wir zum Spreetshoogte-Pass, ein Verbotsschild für LKWs und Trailer deutet schon an, dass es steil hinabgehen muss. Wir vertrauen auf das „Bush Baby“, schalten in den niedrigen Gang, aktivieren den Allrad und setzen auf die Motorbremse. Kaum um die Kurve, liegt die Passstraße vor uns, und sie wirkt, als ginge es geradewegs hinunter. Keine 20 Minuten später stehen wir im Tal und nehmen Kurs auf Sossusvlei.













