Kurz hinter dem südlichen Gate der Skeleton Coast zeigt ein Schild nach rechts zum “Wilson Wrack”, zusätzlich steht dort “4x4 only”. Das heißt, nur Geländewagen dürfen hier rein. Zum Glück haben wir einen, und Andreas setzt den Blinker. Der Weg führt über Salzfelder bis direkt an den Strand. Dort orientieren wir uns kurz und erkennen auf Steuerbord ein Schiffswrack, in sicherer Entfernung.

Am Wrack und direkt fest
Wir nehmen Kurs auf das Wrack und nach etwa fünf Minuten parkt Andreas direkt am Strand daneben ein. Er bremst behutsam, zieht zur Sicherheit noch die Handbremse an, der Wagen könnte ja wegrollen. Das Problem ist nur: Er hat sich dabei schon etwa 15 cm tief eingegraben. Nach unserer kurzen Foto-Session, die sich übrigens gar nicht lohnt, weil vom Wrack kaum noch etwas übrig ist, erweitern wir unseren Horizont in Richtung “Off-Road am Strand fahren”. Mit den Worten “Ich habe doch gesagt, sobald ich mich festgefahren habe, darfst Du ans Steuer” drückt Andreas mir die Schlüssel in die Hand und fängt an zu graben.

Sand, Flut und keine guten Ausreden
Ich muss sagen, es ist gar nicht so einfach, das Auto überhaupt nur zu bewegen. Nach etwa zehn Minuten Probieren merken wir schließlich, dass die Flut im Anmarsch ist. Aber was solls, wir haben ja noch geschätzte 8 m bis zum Wasser, und ich hoffe inständig, dass die Flut nicht so reinhaut wie an der Nordsee. Während wir die Reifen und das Profil wieder vom Sand befreien, überlegen wir uns schon Ausreden für unseren Vermieter. Aber mal ganz ehrlich: Welche Ausrede soll das sein, “Sorry, wir sind falsch abgebogen” oder “Da stand ein Parken-Schild, das ist nur weggespült worden”? Wir kommen auf keinen grünen Zweig, bekommen es zum Glück beim nächsten Anlauf hin und retten uns in eine vorgefahrene Spur.

Zurück zur Salzstraße und ein guter Abschluss
Andreas setzt sich wieder ans Steuer und fährt den Wagen Richtung “Ausgang”, nur ist nicht ganz klar, wo der eigentlich ist. Anscheinend fahren wir an den Spuren vorbei, die zurück zur sicheren Salzstraße führen. Nach etwa 3 km sehen wir zwei Autos parken, Angler, die können uns bestimmt raushelfen. Andreas parkt in gleicher Manier neben den beiden Autos ein und wirft mir direkt wieder den Schlüssel zu: “Hier, Du kannst fahren!” Die beiden erklären uns, wie wir wieder rauskommen, und wir fahren zurück zur Salzstraße.

Leicht südlich von Cape Cross biege ich noch einmal Richtung Strand ab, der ist schon in Sichtweite. Es ist inzwischen 19.20 h und die Sonne steht sehr tief. Wir setzen uns an den Strand, genießen den Sonnenuntergang, trinken ein Bier und freuen uns einfach, dass wir den Toyota Hilux noch “unser” nennen können. Weder im Flussbett verschrottet noch im Atlantik versenkt!





