Unser Afrika-Song
“Gerostet vom Regen” nennen wir es, die freie Übersetzung von “Rusted from the Rain” von Billy Talent. Das Lied ist unser Afrika-Song. Jeden Morgen, sobald wir im Auto sitzen und die ersten Kilometer rollen, läuft dieser Track. Bitte fragt nicht, warum ausgerechnet dieser Song. Er ist einfach irgendwann da und bleibt. Und er passt erstaunlich gut zu dem, was heute vor uns liegt.

Rost an der Küste
Ich bleibe vorhin bei “Wir fahren weiter, und weiter, und weiter …” hängen und setze jetzt fort: Wir fahren nach Süden, an der Skeleton Coast entlang. Irgendwann taucht links eine alte Bohrplattform auf, längst verlassen, zerfallen und kräftig verrostet. Regen und die salzige Meeresluft ziehen ihr Werk durch, Schicht um Schicht. Genau deshalb muss ich an “Rusted from the Rain” denken. Dieses rostrote, weiß gesprenkelte Gestänge passt absolut nicht in die Landschaft, und gerade deshalb wirkt es so anziehend.

Kormorane und Schakalspuren
Das Weiß stammt von einer Kormoran-Kolonie, die dort nistet. Es sind wunderschöne Vögel, aber heute spielen sie nicht mit. Keine Poser-Fotos im Flug, kein perfekter Moment im richtigen Licht. Also wechsle ich den Fokus und suche nach Schakalspuren. Vor der weiten Wüstenlandschaft sollen sie im Bild stehen, als Gegenstück zu Metall und Salz. Spuren statt Flügel, das reicht mir heute.

Das Tor der Skeleton Coast
Wir fahren weiter nach Süden, bis zum Gate der Skeleton Coast, diesem berühmten Tor mit den beiden Totenköpfen. Auf dem Weg dorthin liest Andreas lieber die Straßenschilder und glaubt ihnen mehr, als dass er auf die Straße achtet. Wieder ist eine “Fluss”durchquerung angekündigt, nur kommt kein Fluss. Stattdessen wartet eine starke, versandete Rechtskurve. Ich mache es kurz: Nach drei Mal rechts schlendern und zum Glück auch drei Mal links stehen wir quer in der Spur, aber wir stehen. Und Andreas sucht immer noch den Fluss.








