Vor Sonnenaufgang in Botswana
Es ist halb sechs in Botswana, die Sonne steht kurz vor dem Aufgehen und ich bin wach. Die Tiere machen mich nervös, und wir nehmen uns vor, das nächste Camp unbedingt bei Tageslicht zu suchen. Ein Blick nach Süden schockt mich: Die “Camper” vom Vorabend mit dem offenen Feuer sind gar keine Camper, sondern eine kleine Siedlung. Wir haben nur 400 m von einer Hauptstraße entfernt fast inmitten einer Siedlung geschlafen. Andreas ist ganz meiner Meinung und sagt: “Weg hier, und zwar so schnell es geht.” Wir steigen ein und fahren los, noch bevor die Sonne wirklich über dem Horizont steht.

Sonnenaufgang am Lake Ngami
In den zehn Minuten zurück zum Lake Ngami sehen wir etwa sieben dieser Camps entlang der Route. Warum fällt uns das erst jetzt auf, denke ich, während der Himmel rosa wird und das Ufer wach wird. Den Weg zum See kennen wir nun, und wir sind gespannt auf den Sonnenaufgang und die Tiere am Wasser.

Auch wenn nicht alles auf den Fotos rüberkommt, es sind hunderte von Vögeln hier, und viele starten schneller, als die Kamera auslöst. Der Sonnenaufgang ist phänomenal und taucht alles in warmes Licht. Wir sortieren unseren Kofferraum, als uns ein Einheimischer auf einem Esel anspricht, und wir nehmen an, dass er ein Trinkgeld erwartet.

Umweg nach Toteng
Wir fahren zurück auf die Straße und halten Kurs nach Norden, so denken wir zumindest. Irgendwann erreichen wir Toteng, einen Ort, in den ich allein wegen des Namens immer schon einmal wollte. Ich finde den Namen einfallsreich, doch jetzt merken wir, dass Toteng deutlich östlich von Sehithwa liegt und wir eigentlich nach Norden wollen. Mist, wir haben uns verfahren und lachen trotzdem über unsere eigene Blindheit. Kurzerhand entscheiden wir, auf dieser Straße zu bleiben und nach Maun zu fahren, der “Hauptstadt” des Okavango-Deltas. Die Route steht damit fest, und die Etappe bekommt eine unerwartete Wendung, die uns noch eine Weile beschäftigt.











