Seattle bei Nacht: Sonnenuntergang am Pier

Seattle bei Nacht: Sonnenuntergang am Pier

Seattle bei Nacht: Sonnenuntergang am Pier
Do, 29.06. Abend

Nach der Space Needle geht es Richtung Hafen: Parkplatzglück ab 18h, dann Pizza beim kleinen Italiener und ein kurzer Toiletten-Umweg durch Küche und Vorratskammer. Später wartet ein intensiver Sonnenuntergang am Pier. Danach folgen Nachtfahrt, Grenzübergang und die mühsame Hotelsuche in Vancouver.

Seattle Waterfront Sonnenuntergang Grenzübertritt Vancouver

Route – hier waren wir unterwegs

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Reisebericht

Parkplatzglück am Hafen

In vager Erinnerung meine ich, dass wir in einem etwas älteren Teil von Seattle (Old Town? oder so) nett essen gehen können. Also machen wir uns auf den Weg durch die Schluchten der Hochhäuser und starten in Hafennähe die Parkplatzsuche. An diesem Tag zahlen wir schon fast 20 US$ fürs Parken, deshalb bin ich gespannt, wie teuer die nächsten zwei Stunden werden. Die Automaten auf den offiziellen Parkplätzen sprechen von etwa 5 bis 8 US$ pro Stunde, und ich rechne innerlich schon damit, heute zu hungern. Irgendwann finde ich einen Parkplatz an der Straße, parke ein und warte auf die nächste Überraschung.

Zur kompletten Überraschung müssen wir ab 18 Uhr nichts mehr zahlen. Meine Kreditkarte wird am Automaten sogar verweigert, und Schilder, die das erklären, sehe ich nirgends. Also gehe ich zu einem Auto, in dem jemand sitzt, und frage kurz nach. Er bestätigt mir, dass wir dort stehen bleiben können, und wir laufen los. Auf dem kleinen Fußweg sehen wir einige nette Restaurants, und je näher wir dem Wasser kommen, desto mehr fühlt es sich nach Abend an.

Pizza, Küche und ein sehr verstecktes WC

Bei einem kleinen Italiener bleiben wir stehen, der sieht richtig gut aus. Es gibt nicht viele Plätze, und die sind alle voll (im Gegensatz zu den Restaurants drum herum), die Preise wirken aber absolut OK. Also warten wir, bis draußen ein Platz frei wird. Drinnen in der Pizzeria, die kaum größer ist als unsere Küche, ist es so heiß, dass es uns vermutlich so ergehen würde wie der bereits geschmolzenen Schokolade im Auto. Draußen ist es deutlich angenehmer, und wir haben Zeit, das Treiben zu beobachten.

Kleiner Italiener im Hafenviertel von Seattle

Etwas merkwürdig finde ich, dass es keine Toilette zu geben scheint. Auf Nachfrage schickt man uns halb durch die Küche, eine Treppe hinauf, und dort soll sie sein. Also gehe ich hoch, lande erst einmal in der Vorratskammer und stehe vor einer Wand. Kurz denke ich, man schickt mich im Kreis. Dann gehe ich zurück Richtung Treppe, stelle mich mit dem Rücken zur Tür und entdecke im Gerümpel tatsächlich ein WC. Super, jetzt weiß ich auch, wie sie diese Preise hinbekommen.

An der Wand hängen Seifenspender von Boss und Joop, die aber 20 ct kosten sollen und die habe ich nicht dabei. Gediegen, sage ich da. Das Essen ist wirklich lecker, wenn auch für Sabrina ein wenig zu viel. Also gibt es ein Doggy Bag: die halbe Pizza in einer Box für zu Hause, also für den Hund, ist doch klar, oder?

Pizza und Tisch im kleinen italienischen Restaurant
Blick auf das Restaurant im Hafenviertel am Abend

Gelber Himmel am Pier

Nach dem Essen gehen wir noch ein Stück weiter und wandern zum Glück in Richtung Hafen. Es ist schon etwa 21 Uhr, und die Sonne steht sehr tief am Himmel. Als wir auf Höhe der ersten Pier sind, wird der Himmel auf einmal gelb. Also gehen wir auf die Pier und schauen uns einen wunderbaren Sonnenuntergang an. Dazu schreibe ich nicht viel, dafür gibt es mehr Fotos.

Sonnenuntergang am Pier in Seattle

Nachtfahrt, Grenze und Hotelsuche in Vancouver

Als die Sonne weg ist, machen wir uns relativ schnell auf den Weg Richtung Vancouver. Es liegen schließlich noch etwa drei Stunden vor uns, und die Grenze ist auch noch dazwischen. Der Plan ist, heute noch über die Grenze zu kommen, schnell ein Motel zu suchen und am nächsten Tag weiter nach Vancouver zu fahren. Etwa 95 Minuten später sind wir an der Grenze und unglaublicherweise 100 Minuten später bereits raus aus den USA. Es gibt keinerlei Probleme. Unser Einreise-Visum geben wir ab, sodass wir uns darum am Flughafen nicht mehr kümmern müssen. Super, Zeit gespart.

Grenzübergang auf dem Weg von den USA nach Kanada

Jetzt kommt aber das Problem. Zwischen Grenze und Vancouver City liegt exakt ein Motel. Und das ist voll, zumindest gibt es keine Nichtraucherzimmer mehr. Die Flughafenhotels sind keine Option, denn wir wollen nicht auf der Landebahn schlafen und morgens um 6 Uhr senkrecht im Bett stehen. Also fahren wir weiter Richtung Downtown. Die Hotelsuche ist nervig: Beim Best Western halten wir, wollen dort erst aber nicht bleiben, fahren weiter und stellen fest, dass die meisten Hotels heute zwar noch ein Zimmer haben, für die nächste Nacht (SA auf SO) aber nicht mehr. Und eigentlich ist genau das unser Ziel: nicht noch einmal umziehen.

Best Western in Vancouver am späten Abend

Schließlich landen wir wieder beim Best Western. Der Preis passt, für beide Nächte ist noch ein Zimmer frei, also schlagen wir zu. Das Ausräumen des Autos ist anstrengend, aber auch das bekommen wir hin. Der Hammer kommt, als wir ins Zimmer kommen und die Luft dort steht. Die 36 Grad fühlen sich an wie 50 Grad.

Hotelzimmer mit laufender Klimaanlage in Vancouver

Und die Klimaanlage geht nirgends an, beziehungsweise identifizieren wir sie zuerst als Heizung. Irgendwann klingeln wir das Personal aus dem Schlaf, und sie erklären uns, wie das Ding funktioniert. Danach ist die Welt wieder in Ordnung. Gegen 1:30 Uhr schlafen wir endlich ein.


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