Richtung USA: Stau, Nicola Lake und Grenzformalitäten

Richtung USA: Stau, Nicola Lake und Grenzformalitäten

Richtung USA: Stau, Nicola Lake und Grenzformalitäten
Mi, 28.06. Nachmittag

Nach dem Aufbruch am späten Nachmittag frisst ein Stau erst Zeit und Nerven, bevor die Strecke am Nicola Lake plötzlich wieder leicht wird. Ein schneller Stopp in Merritt, dann rückt die Grenze näher. Drinnen im Office wird es ernst, bis der Abend schließlich im Motel ausläuft.

Nicola Lake Merritt Abbotsford Grenzübergang Bellingham

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2006-06-28-16h-nicola-lake-grenze-usa-bellingham-fahrt
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Reisebericht

Stau auf dem Highway

Stau auf dem Highway

Gegen 16 Uhr brechen wir Richtung Südwesten auf und stehen nach 20 min Fahrt schon im Stau auf dem Highway. Umdrehen ist nicht drin, genau diese Strecke brauchen wir, und jede Alternative wäre ein riesiger Umweg. Zum Glück geht es nach etwa 30 min wieder weiter, aber in der Zwischenzeit müssen wir beide dringend mal kurz raus. Vor den anderen Autofahrern kommt das für mich nicht infrage, also heißt es durchhalten und alles zusammenkneifen, bis wir irgendwo sicher rechts ran können. Wir haben Glück und finden ziemlich schnell eine kleine Auffahrt, durch Bäume vom Highway getrennt, gerade so versteckt, dass es passt. Weil durch das Unfall-Nadelöhr immer nur eine Richtung fahren darf, machen wir uns danach kurz Sorgen, gleich wieder in eine kriechende Schlange zu geraten. Es läuft aber besser als befürchtet, und diese kurze Pause ist eine echte Erleichterung.

Nicola Lake statt Highway 5

Blick entlang des Nicola Lake

Danach geht es erst mal ohne weitere Stopps weiter. Wir nehmen nicht den Highway 5, sondern den Highway 5A, also einen kleinen Umweg, aber nur ein paar Kilometer. Dafür ist die Strecke richtig schön: vorbei am endlos wirkenden Nicola Lake, durch Berge und kleine Ortschaften. Wir genießen die Aussicht, singen laut mit (Roxette) und cruisen einfach durch die Landschaft. Nach dem Stau fühlt sich das wie ein Reset an, und die Fahrt wird wieder leicht. Es ist genau diese Mischung aus Weite, Wasser und Straße, die uns sofort runterholt.

Pause in Merritt und weiter Richtung Abbotsford

In Merritt, einem kleinen Ort an den Highways 5 und 5A, legen wir bei McDonald’s eine Pause ein. Wir stärken uns kurz, denn danach müssen wir definitiv wieder auf den Highway 5. Für den nächsten Abschnitt wechseln wir: Jetzt ist Ingo Beifahrer und ich fahre, vorher schaue ich mir die Gegend an, während er am Steuer sitzt. Auf dem Highway 5 dürfen wir sogar 110 km/h fahren, das fühlt sich nach dem Stop-and-Go fast schnell an. Die 10 $ Maut, die für die Nutzung dieses Highways kassiert werden, sind uns in dem Moment egal. Hauptsache, wir kommen gut Richtung Abbotsford voran.

Grenze, Fingerprints und Motel in Bellingham

Irgendwann, etwa 100 km nach Hope (dort schlafen wir zu Beginn unserer Route), fahren wir bei Abbotsford vom Highway ab und steuern die Grenze USA–Kanada an. Vor uns stehen nur fünf bis sechs Autos, wir sind relativ schnell an der Reihe. Es kommen ein paar Fragen zu unserem Aufenthalt in Kanada und zu unseren Plänen in den USA, dann sollen wir ins Büro, um Stempel in die Reisepässe zu holen. Drinnen sind die Grenzbeamten freundlich und interessiert, sie fragen nach unserer Route und hören aufmerksam zu. Der junge Officer, der Verwandte in Deutschland hat, will dann unser Flugticket sehen, und plötzlich wird es hektisch. Das liegt irgendwo im Auto, also geht Ingo suchen, kommt nach 5 min zurück und bittet mich, ebenfalls zu schauen, weil er seine Rückflugbestätigung nicht findet. Ich weiß nicht mal genau, wie dieser Wisch aussieht, und wir wühlen das ganze Auto durch, bis wir schon richtig verzweifelt sind. Dann kommt der Officer raus und sagt, wir sollen nicht weiter suchen, er glaubt uns auch so. Noch mal Glück gehabt.

Grenzstation und Büro am Übergang

Wir können uns bei der Fluggesellschaft ohnehin nur mit Ingos Kreditkarte und unseren Pässen identifizieren, klassische Flugscheine haben wir also gar nicht dabei, eher Bestätigungs-E-Mails oder Ähnliches. Im Office legen wir jeweils den rechten und linken Zeigefinger auf den “Fingerprint-Scanner” und lassen uns ohne Brille fotografieren. Danach zahlen wir noch 12 $ für das 90-Tage-Visum, das laut Officer Behnke neu ist. Als wir endlich wieder raus sind, sind wir einfach nur froh, dass es weitergeht. Es ist inzwischen stockdunkel, obwohl es erst 22 Uhr ist, und wir haben wohl rund 30 min in dem Office verbracht. Wir fahren nur noch einige Meilen (jetzt wird alles in Meilen gemessen), bis wir in Bellingham, etwa 40 Meilen hinter der Grenze, ein günstiges Motel nehmen. Das kostet rund 60 US $, was wirklich okay ist, und wir fallen ziemlich müde ins Bett. Der Grenzübergang hat uns am Ende doch mehr geschafft, als wir erwartet haben.

Motel in Bellingham am späten Abend


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