Takakkaw Falls im Yoho National Park: Tanknadel am Limit

Takakkaw Falls im Yoho National Park: Tanknadel am Limit

Takakkaw Falls im Yoho National Park: Tanknadel am Limit
So, 25.06. Vormittag

Der Tag beginnt früher als geplant und fühlt sich sofort nach Aufbruch an. Zwischen langen Straßen, feuchter Gischt an den Takakkaw Falls und einem kurzen Fußmarsch durch Touristentrubel wächst die Spannung: Die Tankanzeige spielt in den Kurven verrückt. Eine unerwartete Rettung taucht früher auf als gedacht.

Yoho National Park Takakkaw Falls Lake Louise Icefields Parkway Columbian Ground Squirrel

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2006-06-25-07h-yoho-national-park-takakkaw-falls-tanknadel-limit
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Reisebericht

Früher Start und schneller Aufbruch

Früher Morgen, Wecker und Kaffee
Verdammt: Der Wecker ist auf 8:00 Uhr gestellt und klingelt um 7:00 Uhr. Und was nun? Zum Glück bin ich schon um 6:50 Uhr wach, ganz von allein. Also stehe ich auf, mache Kaffee und beschäftige mich mit der Tagesplanung. Irgendwann hole ich Sabrina sanft in den Tag, dann sind wir schnell fertig, packen die Sachen und räumen alles ins Auto. Wir bezahlen die Wohnung und merken dabei, dass unser Vermieter doch eine Frau hat, denn sie kassiert ab. Dabei merken wir auch: Es wird keine Steuer berechnet. Entweder gehört das so, oder wir erleben gerade einen internen Abstimmungsfehler. Wir zahlen, packen ein, und unser Wagen kann definitiv auch einen Kickdown, denn wir sind binnen Sekunden verschwunden.

Takakkaw Falls und Squirrel-Kommando

Noch in der Freude darüber, dass wir das Essen von gestern Abend wieder gut gemacht haben, fällt uns ein, dass der Tank so gut wie leer ist und die nächste Tankstelle weit weg sein dürfte. Trotzdem wollen wir vor dem Icefields Parkway noch zu den zweithöchsten Wasserfällen Kanadas, den Takakkaw Falls.

Straße zu den Takakkaw Falls
Wir fahren erst einmal hin und ignorieren den leeren Tank, auch wenn mir klar ist, dass es komplett meine Schuld ist, falls wir liegen bleiben. Das Gute ist: Sabrina fährt den Berg hinauf und kommt auch an, und hinunter kommt man ja immer, oder? Am Parkplatz vor den Wasserfällen empfängt uns direkt ein Squirrel-Kommando, um genau zu sein: Columbian Ground Squirrel.
Columbian Ground Squirrel am Parkplatz
Dann liegen nur noch 500 m Fußweg und eine Busladung Tagestouristen vor uns, viele mit Namensschildern und straffem Programm, als kämen sie aus einer Gruppenführung.
Takakkaw Falls mit Gischt am Fuß der Fälle
Die Wasserfälle sind gigantisch, und man kann bis zum Fuß der Fälle gehen, um einmal erneut zu duschen. Wir haben unsere genialen Regenjacken dabei und auch an, und so ist das für uns ein reiner Spaziergang.

Tanknadel, Kurven und Erleichterung

Der Rückweg ist spannend, denn die Tankanzeige zeigt bergauf plötzlich viel mehr an, als ich erwartet hätte. Bergab ist der Tank gefühlt wieder fast leer, und ich warte nur darauf, dass der Motor ausgeht. Ich lasse den Wagen bergab so vorsichtig wie möglich rollen und starre auf die Anzeige. Im Tal stehe ich das erste Mal in meinem Leben vor einem fast leeren Tank und überlege, ob wir es wagen sollen, den Berg auf dem Highway hinaufzufahren oder lieber in die Gegenrichtung zu rollen.

Tankanzeige kurz vor leer
Ich verlasse mich auf mein Bauchgefühl und fahre Richtung bergauf los. Die erste Tankstelle, denke ich, ist nach 40 km in Lake Louise, das ist relativ eng. Als wir den Berg geschafft haben, geht es zum Glück fast nur noch bergab, und dann entdecken wir schon nach 3 km eine Tankstelle. Mein Adrenalinbedarf für diesen Tag ist damit gedeckt.

Weiter Richtung Icefields Parkway

Nach dem Tankstopp geht es weiter Richtung Icefields Parkway, mit den ersten großen Aussichtspunkten und dem Columbia Icefield als Tageshighlight.


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