Banff: Mit der Gondel auf den Sulphur Mountain

Banff: Mit der Gondel auf den Sulphur Mountain

Banff: Mit der Gondel auf den Sulphur Mountain
Sa, 24.06. Nachmittag

Am See kippt der Schwimmplan nach zwei Sekunden in eine Kälteprobe, dafür gelingt das Flaschenkühlen perfekt. Eine überraschende Begegnung, Lesen und ein kurzer Wildlife-Moment geben den Takt vor. Später bringt uns die Gondel hinauf zu weitem Panorama. Abends wird’s nobel, die Dämmerungsrunde bleibt dünn.

Banff Sulphur Mountain Banff Gondola Johnston Lake Bow Valley Parkway

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2006-06-24-16h-sulphur-mountain-gondel-aussicht
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Reisebericht

Platz am Seeufer
Blick in die kleine Bucht am See

Kaltwasser, Pause und Begegnung

Ziel ist, dass wir uns irgendwo hinlegen und ein wenig ausruhen. Die letzten Tage wandern wir wirklich viel

Unterwegs in den Rockies
umher und erleben sehr viel Natur. In den nächsten Stunden wollen wir uns davon erholen und, ehrlich gesagt, auch schwimmen gehen. Als wir ein nettes Plätzchen am See finden und in der kleinen Bucht nur eine Frau liegt, wagen wir den Abstieg zum Wasser und halten die Füße hinein. Nach circa zwei Sekunden ist uns jedoch klar, dass wir diesen See höchstens zum Flaschenkühlen nutzen können, also für 7Up- und Wasserflaschen, aber nicht zum Schwimmen.

Das Mädel, das noch in der Bucht liegt, spricht uns später an. Sie sagt mit einem

Momentaufnahme am Seeufer
ziemlich amerikanischen Akzent, dass sie auch Deutsche sei. Kurz bin ich irritiert. Sie ist mit 14 Jahren zusammen mit ihren Eltern ausgewandert, von Ulm nach Calgary. Sie hat ihr Deutsch so verlernt, dass sie nur noch mit einem gerollten „R“ spricht und vieles ungewohnt klingt. Komisch, kann man eine Sprache so verlernen?

Die Zeit in der Bucht ist wirklich schön. Wir köckern zusammen einen kleinen Staudamm und kühlen dahinter unsere Flaschen. Das dauert nur 10 Minuten, dann sind die richtig kalt. Wir dösen ein, lesen ein bisschen und genießen den Nachmittag. Ich lese in meinem neuen Buch über Mammals, das ich im Museum gekauft habe. Nach circa 2 Stunden verschwindet die Sonne, der Wind wird kühler, und bevor wir frieren, brechen wir Richtung Johnston Lake auf.

Impression aus der Bucht

Auf dem Weg zum Johnston Lake: erstes Wildlife

Auf der Straße dorthin sehen wir unser erstes eigentliches Wildlife. Es sind wilde Schafe mit Hörnern oder so was, ich muss später nachschauen, was das genau ist. Für Fotos bleibt kaum Zeit. Hinter uns hält ein Ranger und nötigt uns

Tierbeobachtung am Straßenrand
weiterzufahren. Das ist vermutlich auch richtig, damit die Tiere die Angst vor Menschen nicht verlieren. Wenn diese Angst verschwindet, kann es passieren, dass sie mit Menschen anfangen „zu spielen“, also jemanden auf die Hörner nehmen oder ähnliches. Und dann müssen sie am Ende getötet werden. Also fahren wir weiter und suchen den Johnston Lake.

Johnston Lake und Banff Gondola

Als wir ankommen, sehe ich als Erstes eine Frau, die sich auszieht und

Szene am Johnston Lake
in den See hüpft. Für einen Moment denke ich an einen Notfall. Dann entdecke ich den Angler, und mir wird klar, dass Fische an der Oberfläche schon etwas mehr als 4 Grad Wassertemperatur brauchen und die Frau den Sprung ins Wasser überlebt. Als ich später den Finger ins Wasser halte, fallen mir auch die vielen Schlauchboote auf, die über den See paddeln. Der Halt bleibt kurz, denn unser nächstes Ziel ist die Banff Gondola, um auf den Mt. Sulphur hinaufzufahren. Ich entscheide mich inzwischen dagegen, die 2,5 h nach oben zu laufen, ein bisschen Workout mitzunehmen und dabei noch 23 $ zu sparen. Runterfahren soll kostenlos sein, denke ich zumindest.

Banff Gondola Station oder Umgebung
Gondelblick oder Bahntrasse

Die Entscheidung ist gut. Als ich das Ticket kaufe, sagt der Typ, wir sollen darauf achten, denn wir brauchen es für die Rückfahrt. Dass die kostenlos ist, ist schon ein Weilchen her. Na super, richtige Entscheidung getroffen. Die Auffahrt

Gondel auf dem Weg nach oben
dauert etwa 8 Minuten und hebt uns auf 2240 m. Danach hiken wir noch zur Wetterstation hinauf. Die liegt auf 2283 m, und damit ist das unser bisher höchster Punkt in den Rockies.

Die Aussicht von dort oben ist absolut phänomenal. Der Himmel ist blau, die Sonne strahlt, und alles wirkt klar. Wir sehen fast unendlich weit, zum Beispiel das gesamte Bow Valley hinauf bis kurz vor Lake Louise. Die Sicht wird nur durch die anderen Rockies begrenzt. Eine Weile sitzen wir einfach da und schauen. Irgendwann gehen wir zurück zur Gondel und setzen uns noch ein wenig hin, um den Rest des Tages zu planen.

Panoramablick vom Sulphur Mountain

Nobles Dinner und Dämmerungsrunde

Okay, es ist schon 20 h, also planen wir eher den Rest des Abends. Wir wollen erst in die Hot Springs, aber wir haben beide keine Lust auf 40 Grad warmes Wasser bei circa 33 Grad Außentemperatur. Also hören wir auf unseren Lonely Planet und gehen im Canada Maple Leaf & Spirits „dinieren“.

Restaurant oder Abendstimmung in Banff
Der Begriff trifft es ziemlich gut. Es ist mit Abstand das nobelste Restaurant, in dem ich im letzten Jahr esse. Die Preise sind entsprechend, dafür passt die Qualität.

Gericht oder Tischszene im Restaurant

Sabrina nimmt ein apple-crusted Pork Tenderloin Steak, ich entscheide mich für ein pepper-sauce Pacific salmon. Es ist wirklich lecker. Der pazifische Lachs soll trockener und intensiver sein als der atlantische, vom „trockenen“ schmecke ich aber nicht viel. Für mich ist das einfach genial. Danach fahren wir noch zur Wild-Life Tour, also den Bow Valley Parkway in der Dämmerung. Und an dieser Stelle fasse ich mich kurz: Das Einzige, was wir sehen, neben


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