Später Aufbruch
Als wir dann gegen 18 Uhr wieder im Auto sitzen, beschließen wir, noch zum Moraine Lake zu fahren, weil wir noch nicht genug haben. Außerdem wären wir sonst viel zu früh wieder in unserem Appartement. Das haben wir übrigens für drei Nächte festgemacht, was deutlich günstiger ist. Und es ist auch entspannter, weil wir nicht jeden Morgen alles wieder zusammenpacken müssen. Genau diese Kombination aus Restenergie und Bequemlichkeit reicht als Motivation völlig aus, um noch einmal loszuziehen.

Kurzer Stopp in Lake Louise
Vorher fahren wir noch kurz ins Dorf Lake Louise, um im Supermarkt ein bisschen einzukaufen. Dann geht es sofort über den 11 km langen Zubringer weiter zum Moraine Lake. Auch hier sind wir wieder vom Blick auf den See begeistert. Die Bergfront spiegelt sich im Wasser, und plötzlich wirken die Farben vielschichtiger, als ich es erwartet hätte. Wir stehen einen Moment einfach nur da, schauen und merken, wie der Tag sich trotz später Stunde noch einmal neu anfühlt.

Wenkchemna Peaks und Uferweg
Die Berge im Hintergrund des Moraine Lake bilden die ersten fünf Berge der Wenkchemna Peaks. Peak ist einfach die Spitze eines Berges, und insgesamt stehen dort etwa zehn Gipfel mit Schneekappen nebeneinander, oft mit einem Gletscher dazwischen. Dadurch sieht das Ganze wirklich ein bisschen aus wie eine Toblerone-Stange, sagt Ingo, und ich finde es nett, dass er selbst hier ans Essen denkt. Ich hätte es vermutlich auch zuerst mit irgendeinem Lebensmittel verglichen, und dann wäre mir vielleicht noch etwas Hügeliges von Milka eingefallen, aber egal. Es ist jedenfalls ein fantastisches Bild: der See vorne, dahinter die schneebedeckten Berge, und alles wirkt gleichzeitig klar und übertrieben schön.

Der Anblick macht auch den etwa 3–4 km langen Spazierweg entlang des Ufers interessant und sehenswert. Wir gehen los, bleiben immer wieder stehen und schauen zurück auf die Bergfront. Mit jedem Schritt verändert sich der Blickwinkel, und die Farben wirken mal kühler, mal wärmer. Es ist keine große Wanderung, aber genau das passt: ein kurzer Weg, der trotzdem ständig Neues zeigt. Am Ende sind wir angenehm leer im Kopf, weil sich der See und die Berge die ganze Aufmerksamkeit nehmen.

Zurück nach Field
Gegen 20 Uhr fahren wir dann wieder Richtung Field und unserem Appartement, weil wir jetzt wirklich genug haben und einfach nur müde sind. Ingo wärmt sich irgendeine Konservendose mit Ragout in der Mikrowelle auf, es hätte auch Hundefutter sein können. Bei mir reicht Marzipanschokolade und ein Apfel, und damit ist das Thema Abendessen für mich erledigt. So viel zu unseren Essgewohnheiten, die hier vermutlich niemand als vorbildlich bezeichnen würde. Und jetzt fallen wir gleich ins Bett, denke ich jedenfalls, aber dann fällt mir ein: Der morgige Tag will noch geplant werden. Dann mal los.

Und hier noch ein paar schöne Bilder vom Lake.

























