Kelowna nach Nakusp: Okanagan Lake und die Fähre über den Upper Arrow Lake
Di, 20.06. Dienstag, 20. Juni Nachmittag
Kelowna begrüßt uns mit unfassbaren Portionen und einem kleinen Moment Fremdscham. Danach wird es stiller: Promenade am Okanagan Lake, Rehe in den Wäldern und eine spannende Fährüberfahrt, bis wir müde in Nakusp landen.
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In Kelowna steuern wir direkt ein Lokal an, das wir uns im Lonely Planet schon vorher ausgeguckt haben. Kaum sitzen wir, bestellen wir “Onion Rings” als Starter. Noch bevor Ingo diese Portion bekommt, ordern wir schon den Hauptgang: ich Chicken Wraps, Ingo einen Burger und für uns beide Pommes mit Käse überbacken. Dass die Bedienung kurz irritiert schaut, übersehen wir erstmal galant. Als das Essen kommt, fallen wir aus allen Wolken: Die Portionen sind so riesig, dass wir das unmöglich alleine schaffen.
Ich habe zu den Wraps sowieso schon Pommes, dazu Salat und dann noch einmal eine wirklich riesige Portion überbackener Pommes. Wir fangen an zu essen, aber nach kurzer Zeit ist klar, dass wir das nicht schaffen. Also bringe ich ein paar Pommes und die restlichen Zwiebelringe an den Nachbartisch. Dort sitzt ein nettes kanadisches Pärchen, und wir kommen direkt ins Gespräch. Sie freuen sich über unsere kleine Spende, und die Bedienung drückt uns beim Bezahlen auch noch einen Spruch rein, sodass ich am liebsten einfach nur raus will, weil mir die Aktion doch peinlich ist.
Promenade am Okanagan Lake
Die Kanadier laden uns noch ein, mit ihnen eine Bootstour zu machen, aber ich winke gleich ab. Erstens habe ich von diesen kleinen Booten erstmal die Nase voll, und zweitens gehe ich nicht mit so einem voll gefressenen Magen auf ein wackeliges Boot wie dieses. Ingo ist sofort auf meiner Seite und hat auch keine Lust auf ein “Deja-Vue” vom Whale Watching am letzten Freitag. Stattdessen schlendern wir noch ein Stück die Promenade entlang. Kelowna wirkt wie ein Urlaubsort, liegt schön direkt am Okanagan Lake und bietet einen tollen Ausblick auf See und Berge.
Auf dem Weg nach Nakusp: Wälder, Rehe und Fahrkilometer
Leider wird es immer bewölkter, deshalb machen wir kehrt und fahren weiter. Als Endstation für heute wählen wir Nakusp, weil es wohl der erste etwas größere Ort vor den Nationalparks ist und schon recht weit östlich liegt, nahe am Revelstoke Park. So müssen wir morgen nicht mehr so weit fahren. Vor uns liegen noch 180 km, die mich anfangs erschrecken, aber machbar sind. Sonst würde ich jetzt nicht in diesem netten Motelzimmer sitzen, während Ingo neben mir liegt, von Kopfschmerzen, Husten und allem Möglichen erschlagen, und längst tief und fest schläft. Ich bin dagegen noch erstaunlich fit, obwohl wir langsam wirklich genug vom vielen Fahren haben.
Auf der Strecke sehen wir super viele Rehe. Die Straße von Kelowna bis kurz vor Nakusp führt durch viele Wälder, und die Rehe stehen einfach so auf der Fahrbahn. Das macht die Fahrt kurzweilig, weil wir vorher außer Landschaft und einzelnen Häusern nicht viel sehen. Jetzt sind es Rehe, und plötzlich fühlt sich alles ein bisschen lebendiger an. Trotzdem merke ich, wie sehr sich die Kilometer inzwischen ziehen.
Fähre über den Upper Arrow Lake und Ankunft
Bevor wir die letzten Kilometer bis nach Nakusp fahren können, müssen wir den Upper Arrow Lake mit einem Kabelschiff überqueren, weil es sonst keinen Übergang gibt. Das ist überraschend spannend, und für einen Moment ist die Fahrt wieder ein kleines Abenteuer. In Nakusp angekommen, suchen wir nur noch schnell einen Supermarkt, um Obst einzukaufen. Der einzige Supermarkt macht aber wohl früher zu als die in Vancouver, also bekommen wir nichts mehr. Ich vergnüge mich mit Nutella, Ingo mit Kopfschmerztabletten und Hustensaft, und dann verarzte ich noch zwei Mückenstiche am Bein, bevor ich ebenfalls schlafen gehe.