Von Hope nach Kelowna und der Fraser Canyon

Von Hope nach Kelowna und der Fraser Canyon

Von Hope nach Kelowna und der Fraser Canyon
Di, 20.06. Vormittag

Früher Start in Hope, dann zieht der Fraser River unter uns durch den Canyon. Hell's Gate ist noch verschlafen, dafür liefert die Straße Ausblicke am laufenden Band. In Kelowna lachen wir über viel zu große Portionen, bevor wir müde bis Nakusp weiterrollen.

Hope Fraser River Hell's Gate Kelowna Okanagan Lake Nakusp Upper Arrow Lake

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2006-06-20-07h-hope-bis-kelowna-fraser-canyon
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Reisebericht

Früher Start in Hope

Morgen in Hope: früher Start Richtung Osten

Der Wecker ist auf 7 Uhr gestellt, Ingo ist um 6 Uhr schon wach und sitzt am Computer. Ich bin noch zu müde, aber Betteln hilft nicht: 7:45 Uhr ist spätestens Abfahrt. Also quäle ich mich aus dem Bett, auch wenn das doch Urlaub sein soll. Fast pünktlich sitze ich im Auto, und kurz vor 8 Uhr rollen wir aus Hope los, Richtung Osten. Wir nehmen den Fraser Highway, und lange Zeit fährt die Straße parallel zum reißenden Fraser River. Dieser Fluss wirkt gigantisch, und schon nach wenigen Kilometern ist klar: Heute wird eine Aussicht-nach-der-anderen-Tag.

Hell’s Gate und der Fraser Canyon

Hell’s Gate liegt direkt am Highway und ist unser erster Stopp. Eine Gondel führt über den tosenden Fluss hinüber zum deutlich tiefer gelegenen Ufer, wo ein kleines Restaurant auf hungrige Gäste wartet. Wir sind allerdings viel zu früh dran, also bleibt es bei ein paar Fotos, bevor wir wieder im Auto sitzen. Kaum sind wir weitergefahren, halten wir schon wieder an, nicht weil mir schlecht ist, sondern weil der Blick in den Canyon zu gut ist, um ihn vorbeiziehen zu lassen. Wir ziehen rechts ran, reißen die Türen auf und stehen in der frischen Luft, während der Fraser River unten durch die Berge schneidet. Das wiederholen wir fünf bis sechs Mal, mal hoch über dem Fluss, mal fast auf gleicher Höhe, und jedes Mal wirkt der Ausblick anders. Die Sonne kommt heraus, die Fleecepullover wandern nach hinten, und wir cruisen in kurzen Sachen weiter.

Ausblick in den Fraser Canyon auf den Fraser River

Mittagspause am Nicola River

Pause am Nicola River: Picknickdecke und Powernap

Gegen Mittag werden wir beide müde und beschließen spontan ein kleines Nickerchen. Ingo findet dafür ein schönes Plätzchen am Nicola River, den wir begleiten, seit wir den Fraser Highway verlassen haben und die südlichere Route Richtung Nationalparks einschlagen. Wir breiten die Picknickdecke aus, und keine 10 min später schlafen wir tief und fest. Wer so früh startet, darf sich so ein Powernap einfach gönnen. Danach halten wir die Füße ins Wasser, um wieder richtig wach zu werden, und das ist wirklich eiskalt. Meine Devise lautet: 5 Sek, dann raus. Ingo hält länger durch, natürlich.

Unterwegs am Fluss: kurze Pause auf der Strecke

Kelowna, Rehe und Nakusp

Highway durch die Berge: lange Strecke Richtung Osten

Die Fahrt führt weiter durch die Berge, mal über kleinere Umgehungsstraßen, mal über breite Highways. Zeitweise sind wir auf etwa 1.600 m, so ähnlich hoch wie der Brandstadl am Wilden Kaiser, wo wir sonst Ski fahren. Diese Straßen sind irrsinnig lang und breit, und man fährt und fährt, während sich am Bild nur wenig ändert: Berge, Asphalt, ein paar Autos. Das fühlt sich seltsam an und wird irgendwann auch etwas monoton, aber ich habe ja Ingo zum Quatschen und Ärgern, und so kommt auch diese Etappe voran. Als erstes größeres Ziel wählen wir Kelowna, alle anderen Orte unterwegs sind so klein, dass wir sie nur aus dem Augenwinkel mitnehmen. In Kelowna steuern wir direkt ein Lokal an, das wir im Lonely Planet markiert haben. Dort bestellen wir “Onion Rings” als Starter und gleich danach unseren Hauptgang: ich Chicken Wraps, Ingo einen Burger, und für beide Pommes mit Käse.

Endlose Straße und Berge: typische Weite auf dem Highway
In Kelowna im Lokal: Onion Rings und riesige Portionen

Die Bedienung schaut etwas irritiert, und als das Essen kommt, verstehen wir warum: Die Portionen sind riesig, viel zu groß für zwei Leute. Ich habe zu den Wraps ohnehin Pommes, dazu Salat und dann noch eine zusätzliche, wirklich enorme Portion überbackene Pommes. Schnell ist klar, dass wir das nicht schaffen. Also bringe ich ein paar Pommes und die restlichen Zwiebelringe an den Nachbartisch, wo ein nettes kanadisches Pärchen sitzt, und wir kommen sofort ins Gespräch. Die freuen sich über die kleine Spende, aber mir ist die Aktion trotzdem ein bisschen peinlich, zumal die Bedienung noch einen Spruch nachlegt. Die Kanadier laden uns zu einer Bootstour ein, doch ich winke ab: Nach so einer Portion gehe ich nicht auf ein kleines, wackeliges Boot. Ingo ist sofort auf meiner Seite, und wir verzichten dankend auch auf ein mögliches Déjà-vu vom Whale Watching.

Nachbartisch im Restaurant: geteilte Zwiebelringe
Kelowna am Okanagan Lake: Promenade mit Blick auf See und Berge

Stattdessen schlendern wir noch ein Stück die Promenade entlang, denn Kelowna wirkt wie ein Urlaubsort. Der Ort liegt direkt am Okanagan Lake, und der Blick auf See und Berge erinnert an einen großen, weiten Gardasee. Es zieht jedoch zu, die Wolken werden dichter, und wir fahren weiter. Als Endstation für heute wählen wir Nakusp, weil es vor den Nationalparks noch einmal ein größerer Ort ist und schon weit im Osten liegt, nahe am Revelstoke Park. Vor uns liegen noch rund 180 km, die mich erst erschrecken, die aber machbar sind, sonst säße ich jetzt nicht im Motel. Ingo liegt neben mir, von Kopfschmerzen, Husten und allem Drumherum ziemlich erschlagen, und schläft tief und fest, während ich noch fit bin.

Weiterfahrt Richtung Nakusp: lange Kilometer bis zum Motel

Auf der Strecke sehen wir unglaublich viele Rehe. Die Straße von Kelowna bis kurz vor Nakusp führt durch Wälder, und die Tiere stehen plötzlich einfach auf der Fahrbahn. Das hebt die Stimmung, weil wir vom vielen Fahren langsam genervt sind und außer Landschaft und einzelnen Häusern lange nicht viel anderes sehen. Bevor wir die letzten Kilometer nach Nakusp schaffen, müssen wir noch den Upper Arrow Lake mit einer Kabel-Fähre überqueren, weil es keinen anderen Übergang gibt. Das ist überraschend spannend und fühlt sich wie ein kleiner Zwischenakt auf einer langen Fahrt an. In Nakusp suchen wir nur noch schnell einen Supermarkt für Obst, doch der macht früher zu als in Vancouver, und wir gehen leer aus. Also


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