San Diego und (fast) Tijuana – Mexico

San Diego und (fast) Tijuana – Mexico

Freitag, 28. Juni

Ein Tag voller Abzweigungen, Sonnenbrand und spontaner Wendungen. Wir jagen Stränden hinterher, landen im Mormonen-Tempel und merken, dass selbst eine Rückfahrt zum kleinen Abenteuer werden kann.

Roadtrip


Reisebericht

Aufbruch nach San Diego

Here we go again. Wir ringen uns dazu durch, nach San Diego zu fahren. Zuvor versuchen wir, einen Phone-Zugang bei net2phonedirect einzurichten. Nach diversen Versuchen und einer guten Stunde ist zumindest die Anmeldung im Sack. Telefonieren können wir noch nicht, weil das Geld zunächst transferiert werden muss (und ich dachte so was geht innerhalb von Minuten bei Kreditkarten).

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Egal, los geht’s auf den Highway 405 und später auf die Interstate 5 in Richtung Süden. Nach gut 3 Stunden Fahrt auf dem crowded Interstate, was sich einigermaßen leicht durch die carpool lane ausgleichen lässt (carpool lane ab 2 Personen, hihi – „Die Fahrgemeinschaft”), erreichen wir unser erstes Ziel: einen Aussichtspunkt namens „Camp Pendleton” – der größte Stützpunkt und Manövergebiet der US Marines. Normalerweise werden hier solche Dinge wie „Sturm des Strandes” geübt. Okay… wem es Spaß macht… Den total verstörten Squirrels nach zu beurteilen, ist dieses Manöver vor kurzem erst gelaufen!

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Ocean Side und Strände

Dann geht es weiter, schließlich sind wir morgens erst spät losgekommen! Auf zum Ocean Side, einem kleinen Hafen mit einem super Strand. Strände sehen wir heute zur Genüge (und fangen uns dabei auch ‘nen leichten Sonnenbrand oder zumindest nasse Füße ein, hmmpf). Was die nassen Füße angeht: Ingo darf sich die meisten Sights danach barfuß ansehen. Vorbei an den ganzen Stränden, Piers und Dünen, den hübschen Mädels und „Baywatchern” geht es weiter nach San Diego.

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Mormonen-Tempel

Auf dem Weg liegt der 1993 erbaute Mormonen-Tempel, ein strahlend weißes, riesiges Gebäude. Da der Eintritt frei ist und wir uns verfahren haben und vor dem Tempel stehen, lassen wir uns natürlich nicht lumpen und sehen uns das aus der Nähe an. No entry fee? Na klar, wer es glaubt, wo ist der Haken?

Der Haken ist schnell gefunden. Während wir so sorglos über das Gelände spazieren, kommen direkt ein paar Missionare auf uns zu. Nun wissen wir fast alles über die Mormonen, die Tempel, die Verheiratungen bis über den Tod hinaus und dann noch viel länger… Aber Mitglied wollen wir dennoch nicht werden. Wir schaffen es dann wieder rauszukommen, mit Erfolg!

Ingo hat dafür einem gewissen Sebastian einen Besuch der Mormonen verschafft, indem er den Besucherzettel mit einem anderen Namen ausgefüllt hat – auch eine nette Theorie und eine gute Gelegenheit, unangenehme Leute loszuwerden. Lass mich mal überlegen, wen konnte ich denn noch nie leiden, hmmm…

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Old Town San Diego

Old Town San Diego ist die nächste Station. Cooles Städtchen, wie ein Freilichtmuseum quasi, nur mit ganz vielen Läden und alles zum Anfassen echt. Ingo ersteht in einem absolut kultigen Laden ein Zippo (ein echter Männerladen mit Zigarren, Waffen, Feuerzeugen), während ich mich an die hot sauces ranmache. Jetzt habe ich die „Hottest Sauce of the universe”, Schärfegrad: Insane plus plus. „Do not use more than one drop at a time, keep away from eyes, children and pets”, hihi. Ich bin wirklich gespannt, wie die schmeckt. Um ehrlich zu sein suche ich noch ein Opfer, an dem ich das ganze mal austesten kann. Any volunteers?

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Downtown und Coronado Island

Mit dem Auto ein paar Blocks weiter nach Downtown können wir uns die „Star of India” anschauen. Nicht übel das kleine Segelbötchen, ne 3 Masterjolle sozusagen. Auch die Innenstadt von San Diego hat es in sich: nette Läden und eine richtig fette Mall. Absolut genial (Horton Plaza), super Läden und gutes Essen (Eis von Ben & Jerry – soooo delicious but so expensive).

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Alright, zu guter Letzt noch auf Coronado Island, eine „kleine” Halbinsel mit lediglich 26.000 Einwohnern. Der Strand ist herrlich und das Hotel super klasse (zumindest sieht es so aus, und wer bietet sonst schon Black-Light-Volleyball an?). Wir haben ja eine Unterkunft in L.A. und machen uns nach einem kurzen Besuch der mexikanischen Grenze auf den Weg nach Hause. Über die Grenze zu gehen ist uns doch nicht so geheuer. Nach Warnungen von Amy’s Dad und der Tatsache, dass nur Mexikaner über die Grenze gehen und nicht ein einziger Amerikaner, ziehen wir es vor, den Mexikobesuch aufzuschieben.

Die Rückfahrt

Zugegeben, wir unterschätzen den „Nach-Hause-Weg” leicht. Klar sind wir den Weg morgens auch gefahren, da sind wir wach und ausgeschlafen – im Gegensatz zu heute Abend. Egal, wir müssen ja nun durch.

Die ersten Meilen sind ganz okay, dann kommt das Schlafbedürfnis immer härter durch. Also: Fahrerwechsel, Frischluft, laute Musik, Cola intravenös! Bringt nicht das gewünschte Ziel und so wechseln wir nach weiteren 50 Meilen noch einmal, wieder Frischluft, Streichhölzer in die Augen…

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Die „schöne” Skyline von San Diego haben wir schon sehr weit hinter uns gelassen, als der zweite Wechsel ansteht. Dabei entdecken wir einen Liquor Store. Coole Sache eigentlich, denn so ein Bierchen wollen wir noch trinken. Also rein da.

Wie das hier so ist: Alk zu kaufen ist ein schwieriges Unterfangen. Bier aus der Truhe nehmen, am Tresen Credit Card auflegen, ID vorzeigen – STOP – nein, ich verkaufe es ihnen nicht. Wie? „Do you need another card, cash, another ID, Ingo’s ID?” Die Antwort ist lediglich: „No, no beer.” Nach einiger Diskussion bekommen wir das Bier doch noch, nur gegen Cash. Man, ich kann echt verstehen, dass solche Leute gefährlich leben… auch nicht erstaunlich, oder?

Genauso problematisch stellt sich die Suche nach einem Restroom heraus. Die einen wollen uns nicht auf die Toilette lassen, die anderen schicken uns in eine Strip-Bar. Eine Bedienung an einer Tankstelle verweist uns auf deren Restrooms, welche geschlossen sind. Wir fahren eine andere Tankstelle an, dessen Restroom auch „out of order” ist. Endlich machen wir nebenan einen Fastfood Schuppen aus.

Wir da rein und fragend auf die nächst beste Bedienung zu, wo denn deren Restrooms sind. „Well, usually they are on the back side of this building!” Was, verdammt noch mal, heißt hier „eigentlich”? Sind die da jetzt nun, oder nicht? Können die wandern oder flüchten? Oder was!? Gut, wir haben Glück! Die Toiletten sind gerade noch so da und danach haben wir keine Fragen mehr.

Sehr schön an diesem Abend ist auch der Versuch, in Deutschland das Reisebüro zu erreichen (um 3 Minuten vor Öffnungszeit ist natürlich noch niemand außer dem AB am anderen Ende der Leitung!), oder die Tatsache, dass unser „5 Liter Tank” des Autos mal wieder leer ist. Wirklich nervig, so what. Wir schaffen es dennoch nach Hause zu kommen, vollkommen erschöpft, schnell noch ein Bierchen und dann www.abinsBett.de :-)

Also, bis morgen.


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